Wie wir arbeiten

Der Waldtag

Wilde Eichhörnchen und schleimige Schnecken

Freitag ist Waldtag bei den Brunnenkindern. Nach der Winterpause können wir es kaum erwarten, endlich wieder auf Entdeckungstour gehen. Manchmal sind wir flatternde Schmetterlinge, manchmal wilde Eichhörnchen und manchmal sogar Bäume – ganz still. Unser Waldstück ist der Nüssenberger Busch in Bocklemünd. Es liegt einem Naturschutzgebiet, das von zwei großen Straßen eingerahmt ist. Daher ist es etwas laut, aber das stört die Erzieherinnen mehr als uns. Zuerst fahre wir immer mit dem Bus, anschließend geht es über eine riesige Wiese und dar endlich rein in den Wald. Was hat sich seit unserem letzten Besuch verändert? Ist das Gras gewachsen? Sind die Schnecken noch da? Gibt es wieder Heuschrecken und Schmetterlinge? Piekst die Distel auch diesmal wieder? Einige von uns schauen sich alles ganz genau an, andere laufen schon rüber zum Waldsofa. Das haben wir selbst gebaut, aus Hölzern die wir hier gefunden haben. Dort ist immer unser Treffpunkt, da bleiben auch unsere Rucksäcke. Endlich können wir frühstücken, die meisten haben bereits einen Mordshunger. Im Wald haben wir viel Platz und dürfen fast überall herumlaufen. Besonders gerne rennen wir in unseren zwei Kuhlen hoch und runter, balancieren auf Baumstämmen oder wippen, klettern und schaukeln in Baumkronen. Wir bauen Hütten, tragen Stöcke und kleine Baumstämme durch die Gegend, basteln Lehmfiguren, beobachten kleine Tiere wie Käfer, Schnecken, Spinnen und Kellerasseln oder schauen nach, ob die Blätter an den Bäumen gewachsen sind. Zwischendurch essen wir immer mal wieder etwas aus unseren Lunchpaketen. Manchmal nehmen wir auch den Campinggaskocher mit, um Kakao, Tee zu kochen oder Pfannkuchen zu braten. Mit selbst gepflückten Brombeeren! Super lecker! Nicht allzu weit von unserem Waldsofa entfernt haben wir unsere zwei Pipibäume und ein bisschen weiter steht ein großer Kletterbaum. Dort gehen die Hortkinder gerne hin, wenn sie in den Schulferien mitkommen.

Der Bewegungsbereich

Bewegungsbaustelle

Im Rahmen des Modellprojektes „Frühkindliche Bildungsprozesse“ nehmen wir am sogenannten „Hengstenberg-Projekt‘ teil. Im Mittelpunkt dabei steht Bewegungsmaterial, das die Selbstbildungskräfte des Kindes unterstützt und fördert. Die Kinder werden angeregt zu experimentieren, zu probieren, sich zu überwinden, Freude an Bewegung zu entwickeln, sich zu entfalten, sich selbst einzuschätzen, zu korrigieren und zu vertrauen. Die Weiterentwicklung dieses Ansatzes ist die offene Bewegungsbaustelle. Im Bewegungsraum werden Bewegungslandschaften gebaut, etwa mit Balancierstangen, Leiter, Matten etc… Mit Drehkreisel oder Schaukelvorrichtungen kann jeder am eigenen Leib erfahren, wie die Fliehkräfte wirken. Kinder aus allen Gruppen können die Bewegungsbaustelle besuchen und sich unter minimaler Aufsicht austoben, alleine oder gemeinsam kreativ eigene Bewegungsanlässe herstellen und dadurch ihre Bedürfnisse nach den grundlegenden Bewegungs- und Sinneserfahrungen befriedigen. Unsere Aufgabe sehen wir darin, das einzelne Kind genau zu beobachten, zu begleiten und aus diesen Beobachtungen heraus den Kindern gezielte Bewegungsangebote, Bewegungsimpulse und Bewegungsaufgaben zu geben. Wie sagte schon der Psychomotorik-Therapeut, Fachlehrer und Autor Helmut Köckenberger: „Jedes Kind muss seinen nächsten Entwicklungsschritt selbst tun. Keine Mutter, kein Vater, kein Pädagoge, kein Therapeut kann ihn für das Kind übernehmen. Nicht wir entwickeln das Kind — es entwickelt sich, indem es die angebotene Umwelt durch Wahrnehmung und Bewegung aktiv in Handlung umsetzt.“

DIE VORSCHULE

Kindliche Neugierde fördern von Anfang an

Bildung und Wissensvermittlung soll schon vor dem 5. Lebensjahr beginnen. Doch Vorschulerziehung bei den Brunnenkindern ist keine Vorverlegung von schulischen Lernmethoden, sondern eine behutsame Hinführung in Bereiche, auf die das Kind in diesem Alter stößt. Dazu gehören z. B. Verkehrserziehung oder das Vermitteln von grundlegenden Fähigkeiten wie der Umgang mit dem Telefon. Wichtig ist auch der Marktbesuch, wo der Zusammenhang zwischen den Jahreszeiten und dem Obst und Gemüseangebot kennen gelernt werden kann und wo die Kinder mathematische Grundkenntnisse ebenso erlangen können, wie Einblicke in Maßeinheiten, Größenverhältnisse und die Bedeutung von Geld.

DAS ATELIER

Das Atelier ist an drei Vormittagen für alle Kinder von 3-6 Jahren und nachmittags für alle Kinder von 3-10 Jahren geöffnet. Vormittags wird das Atelier von Nadine betreut, nachmittags von Eva.
Schwerpunkt der offenen Atelier-Arbeit ist das kreative Gestalten (basteln, malen etc.) und das Werken (Arbeiten mit Holz etc. und Werkzeugen wie Hammer, Säge und Schraubenzieher)
Die Kinder arbeiten dabei völlig selbstständig und entwickeln ihre Ideen ohne Vorgaben durch die Erwachsenen. Die Aufgabe der Betreuer besteht darin, den Kindern Hilfestellung zu geben, ihnen Material zur Verfügung zu stellen und das Geschehen zu „Beobachten“!
Dieses regelmäßige offene Atelier wird manchmal ergänzt durch spezielle Angebote wie Laternen basteln zur Martinszeit oder Töpfern etc. Ganz wichtig ist dabei, dass die Kinder teilnehmen können, aber nicht müssen!
Die so entstandenen Arbeiten und Kunstwerke können im Eingangsbereich der Kindertagesstätte in einer besonderen Ausstellungsvitrine bewundert werden.

U3 – BETREUUNG DER ALLERKLEINSTEN

Die Gruppe der unter 3 jährigen Kinder ist die “Bärengruppe”. Der eigene Gruppenraum bietet den Kindern vor allem Raum für vielfältige Bewegungsmöglichkeiten; auf Tische und Stühle haben wir in diesem Gruppenraum bewusst verzichtet. In den unterschiedlichsten Bereichen beginnen Bildungsprozesse hier schon in den ersten drei Lebensjahren.
Die Brunnenkinder verfolgen für die Kleinkinder u.a. den pädagogischen Ansatz von Emmi Pikler (österreichisch-ungarische Kinderärztin und Pädagogin). Das “Piklermaterial” lädt die Kinder zur eigenständigen Kontaktaufnahme ein, da es auch immer mehreren Kindern gleichzeitig Spielmöglichkeit bietet. Im sozialen Kontakt lernen sie sich untereinander abzustimmen und gegenseitige Rücksicht zu nehmen, um das “Spielziel” zu erreichen. Aus eigenem Antrieb heraus üben die Kinder eine Vielzahl von Handlungen, die ihrem aktuellen Entwicklungsstand entsprechen. So erfahren sie, wie zufrieden und selbstbewusst es macht, wenn man etwas aus eigener Initiative und Kraft geschafft hat.
Natürlich darf eine Kuschel- und Bilderbucherzählecke nicht fehlen. In der Hängeschaukel erfahren die Kleinsten Gleichgewicht und innere Balance.
Ein gesonderter Schlafraum wird dem individuellen Bedürfnis nach Ruhe und Geborgenheit gerecht.