Jubiläums-Sommerfest bei den Brunnenkindern
26. April 2015

Clowns, Schminken, Live-Musik, Sackhüpfen, Eierlaufen, Zaubertränke zum selber mischen
und vieles mehr gibt es am Samstag, den 13. Juni, ab 15 Uhr auf unserem Sommerfest in der
Venloer Strasse 725a.

Wir feiern 30 Jahre Brunnenkinder und laden Pänz und Eltern
herzlich dazu ein – ob Brunnenkind oder nicht, alle sind willkommen!

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Eine kurze Geschichte der Brunnenkinder

Einladung als Flyer

Brunnenkinder Einladung Sommerfest 13 Juni 2015 ab 15 Uhr

Brunnenkinder Einladung Sommerfest 13 Juni 2015 ab 15 Uhr

Am Anfang standen sechs befreundete Bickendorfer Familien, die keine Betreuung für ihre Kinder fanden – die Situation war in den 1980er Jahren noch schwieriger als heute. Kindergärten waren Mangelware, eine Ganztagesbetreuung gab es kaum, eine Betreuung für Kinder unter drei noch weniger. „Als unsere Tochter geboren wurde habe ich noch studiert und nebenher gejobbt, meine Frau hatte gerade angefangen zu arbeiten. Wir waren dringend auf einen Betreuungsplatz angewiesen, bekamen jedoch keinen“, erzählt Dieter Polch, einer der Mitbegründer der Brunnenkinder.

Rote Kommune im alten Ladenlokal

Den anderen Familien ging es ähnlich. Kurzerhand taten sie sich zusammen, mieteten 1983 das alte Ladenlokal einer Reinigung im Grünen Brunnenweg und stellten zwei Erzieherinnen ein: Die „Brunnenkinder“ waren geboren und mit ihnen eine der ersten Elterninitiativen Kölns. „Die Nachbarn waren zuerst skeptisch und glaubten, wir wollten hier irgendeine rote Kommune gründen. Zur Eröffnung haben wir daher ein großes Nachbarschaftsfest veranstaltet. So konnten wir alle Befürchtungen zerstreuen“, sagt Polch und schmunzelt. Anfangs teilten sich die Eltern nicht nur die Arbeit, sondern auch alle Kosten. Denn erst seitdem die Kita 1985 offiziell anerkannt wurde, steuern Stadt und Bund 96 Prozent zum Etat bei.

Neues Zuhause mit Spieleparadies im Freien

Nach und nach wurden weitere Kinder aufgenommen und zusätzliches Personal eingestellt – der Bedarf nach Betreuungsplätzen war groß. Und die Brunnenkinder hatten schnell über die Veedelsgrenzen hinaus einen guten Ruf. Bereits drei Jahre nach der Gründung mussten größere Räume her: Die Brunnenkinder zogen in die alten Lagerräume eines Pfeifengroßhandels an der Venloer Straße 725a. Zu den neuen Räumen gehörte auch eine alte Brache, die bisher als Parkplatz genutzt worden war. Mit vereinten Kräften wurde Sand herbeigeschafft, Bäume und Sträucher gepflanzt, Rutschen, Holzhäuschen, Piratenschiffe, Klettertürme und mehr gebaut, so dass in kurzer Zeit ein Spieleparadies entstand. Nicht nur die Kinder, auch die Eltern fühlen sich hier wohl. Nach einem anstrengenden Arbeitstag trifft man sich hier gerne zu einem Schwätzchen, während die Kinder weiter mit Buddeln, Wasserspielen oder Fußball beschäftigt sind. Denn eine Elterninitiative bedeutet nicht nur Arbeit, sondern auch viel Gemeinschaft und Spaß.

Im Veedel bekannt wie ein bunter Hund

Gemeinsame Wochenendfahrten, Kita-Übernachtungen für die Kinder, Puppenbau-Workshops, Sonntagsbrunch –  das Angebot ist riesig, wächst ständig und richtet sich auch an externe Familien, seitdem das Land Nordrhein-Westfalen die Brunnenkinder seit 2008 als Familienzentrum fördert. Im Veedel sind die Brunnenkinder nicht mehr wegzudenken und bekannt wie ein bunter Hund. Dafür sorgen auch Ausflüge zum Markt, zur Feuerwehr oder zur Polizei und ein enger Austausch mit anderen sozialen Einrichtungen wie dem Bickendorfer CMS Pflegewohnstift – das gemeinsame Kegeln, Singen, Basteln, Plätzchen backen und Frühstücken machen Alt und Jung großen Spaß.

Von Anfang an waren Männer als Erzieher dabei

Heute gibt es bei den Brunnenkindern 50 Kinder und neun Erzieher, darunter vier Männer – auch das eine Besonderheit, denn 96 Prozent aller Kita-Fachkräfte sind weiblich. „Fast von Anfang an waren hier Männer als Erzieher dabei. Und weil hier immer Männer gearbeitet haben, kommen auch immer wieder neue nach. Das scheint irgendwie anziehend zu wirken“, sagt Agnes Geuenich- Surangkanjanajai, die seit fünf Jahren die Kita leitet, und lacht. Das gemischte Team war für sie ein wichtiger Grund, vor zwanzig Jahren auch ihre eigenen Kinder bei den Brunnenkindern anzumelden.

 

Mit vereinten Kräften wurde aus einer alten Brache ein Spieleparadies.

Mit vereinten Kräften wurde aus einer alten Brache ein Spieleparadies.